Santiago de Compostela im Galicien-Lexikon

Santiago de Compostela ist weder groß und ist die wirtschaftlich eine bedeutende Stadt in Galicien und so ist sie die berühmteste und wohl auch schönste Stadt in ganz Spanien. Somit darf man sich einen Besuch in Santiago de Compostela nicht entgehende lassen. Dies hat allerdings nicht nur für Pilger auf dem Jakobsweg ihre Gültigkeit, denn in Santiago de Compostela kann man so einiges erleben. Besonders schön ist die Altstadt, die sich wie ein Guss aus Granit präsentiert. Neben der herrlichen Kathedrale und die vielen, vielen Klöster und Kirchen gibt es viele schöne Plätze mit lauschigen Arkadenhängen. Gerade letztere sind als Schutz vor dem vielen Regen auch erforderlich, denn Santiago ist eine der feuchtesten Städte des Landes. Zu den vollsten Städten der Welt zählt Santiago am 25. Juli, wenn der Namenstag vom Apostel Jakob auf einen Sonntag fällt. Dann bekommt man hier keinen Fuß mehr auf die Erde. Allerdings hat Santiago de Compostela noch wesentlich mehr zu bieten, wie die Universität, die bereits seit dem 16. Jahrhundert hier ihren Sitz hat. In ihrer langen Geschichte hat sie es zu Weltruhm gebracht und so schätzen sich die mehr als 30.000 Studenten auch sehr glücklich, das sie hier studieren dürfen. Zudem bringen sie gerade in der Zeit des Semesters viel Leben in die Stadt. Für das Auge hat Santiago so einiges zu bieten und wurde daher auch von der UNESCO mit dem Prädikat „Kulturerbe der Menschheit" ausgezeichnet. Im Sommer ist es besonders abwechslungsreich, denn dann präsentiert sich hier ein sehr breites Kulturprogramm mit vielen Konzerten, Ausstellungen und Theateraufführungen.

Sehenswertes in Santiago de Compolstela

Santiago de Compostela ist besonders wegen seiner Kathedrale bekannt, aber es gibt in dieser Stadt im spanischen Galicien noch wesentlich mehr zu bestaunen, wie die Plaza del Obradoiro, der weite Vorplatz der Kathedrale. Um ihn herum reihen sich ein bemerkenswerter Bau an den anderen und sie unterschiedlichen Stile sind klar von einander zu unterscheiden. Genau das ist es, was den Reiz dieses Orts ausmacht. Im Norden befindet sich auch das frühere Pilgerhospiz Hospital Real, das im 15. Jahrhundert gebaut wurde mit schönem Platereskschmuck versehen ist. Im Westen befindet sich der Palacio de Rajoy aus dem 18. Jahrhundert, in dem sich heute das Rathaus und auch der Regierungssitz von Galicien befindet. Im Süden liegt das Collegio de San Jeronimo, das heutige Rektorat der Universität sitzt. Über die Baugeschichte des Portico de la Gloria weiß man nur wenig, und doch ist jeder Besucher erstaunt, dass sich hinter der wundervollen barocken Fassade ein romanisches Portal befindet. Der Eingang wurde zwischen 1166 und 188 vom Meister Maeo erbaut und ist eines der bedeutendsten Meisterwerke der spanischen Romanik. Die Wesfassade besteht aus einem dreibogigen Portal, dass über detailgetreue und lebendig gestaltete Figuren verfügt. Mehr als 200 Apostel, Heilige und Engel sind hier auf beeindruckende Art und Weise dargestellt. An der Mittelsäule befindet sich ein Abbild des sitzenden Jakobs und so gehört es zur Pilgerfahrt der Jakobspilger, den Jakob zu berühren und sich dabei etwas zu wünschen. Die vielen Pilgerhände haben dabei über die Jahrhunderte hinweg bereits fünf Vertiefungen in das Gebilde gegraben.

Sehenswertes rund um Santiago de Compostela

Ohne Zweifel ist die Altstadt von Santiago de Compostela das schönste was die Stadt zu bieten hat. Aber es außerhalb der Altstadt gibt es so einiges, was man als Urlauber unbedingt gesehen haben muss. So beispielsweise das Concento Santo Dominique de Bonaval, dass sich nordöstlich von der Altstadt, am Ende der gleichnamigen Straße befindet. Das Kloster wurde bereits im 13. Jahrhundert gründet und beherbergt die Gräber von berühmten Einheimischen. Des Weiteren befindet sich hier das Galizische Volkskundemuesum Museo de Pobo Gallego, dass man unbedingt besuchen sollte. Glanzstück des gesamten Baus, ist jedoch die Wendeltreppe, die in einen Treppenschacht eingelassen wurde und dreifach gewunden ist. Durch diese ist der Kreuzgang in den verschiedenen Etagen miteinander verbunden. Des Weiteren sehr sehenswert ist das sieben Kilometer von der Altstadt entfernte Colegiata Santa Maria de Salt. Die Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert und hat sehr schräge Mauern und Pfeiler, was wohl in dem sehr lehmigen Boden begründet ist. Da die Kirche schon ziemlich in Schräglage gekommen war, hat man im 16. Jahrhundert viele Stützpfeiler angebracht. Sehr gut erhalten ist der Flügel des Kreuzganges. Viele Fragmente, die zerstört wurden kann man im dem kleinen Museum betrachten, dass sich ebenfalls in der Nähe der Kirche befindet. Schaurig geht es an der Küstenlinie zwischen La Coruna bis hin zum Cabo Finisterre zu, denn die Küste heißt übersetzt Küste des Todes. Hier gab es viele Schiffsunglücke, die sich an den überaus felsigen Steilküsten bis heute immer wieder ereignen. Auch Schwimmer leben hier sehr gefährlich, denn die Strömungen sind unberechenbar. Für das Auge ist der Küstenstreifen allerdings eine wahre Schönheit, denn die Ortschaften sind klein und überschaubar und der Tourismus ist hier nicht allzu sehr ausgeprägt.

Typisches in Santiago de Compostela

Typisches findet man in Santiago de Compostela, der Hauptstadt der spanischen autonomen Region Galiciens an jede Ecke. Die wichtigste Woche in Santiago de Compostela ist für die Christen, wie in vielen anderen spanischen Städten auch, die Karwoche, die hier Semana Santa heißt. Sie ist von vielen Prozessionen geprägt, die von den Vereinigungen, den Cofradias, organisiert werden. Sie ziehen bei Tage und auch in der Naht mit ihren Büßern, den Marenos, durch die engen Gassen der Altstadt von Santiago de Compostela. Des Weiteren sehr charakteristisch für Santiago de Compostela ist der Botafumeiro. Hierbei handelt es sich um ein überaus großes Weihrauchfass in der Kathedrale von Santiago de Compostela, dass von den Tiraboleiros mit einer Geschwindigkeit von etwa 65 km/h durch das Querschiff des Doms geschwungen wird. Ein überaus beeindruckendes Spektakel. Des Weiteren sehr bekannt ist die Jakobsmuschel, die allerdings nicht nur für Santiago typisch ist. Sie heißt auf Galizisch Vieira und man begegnet ihr in Santiago de Compostela an jeder Ecke. In den Restaurants wird ihr Fleisch auf die verschiedensten Arten zubereitet und an den Rücksäcken der Pilger ist sie ebenfalls zu finden. Unter anderem findet die Jakobsmuschel als Musikinstrument und sogar als Schutz gegen Wind und Wetter ihren Einsatz. Traditionell findet man vor dem Nordtor der Kathedrale Verkäufer von Gagat-Shmuck. Gagat ist eine schwarze Braunkohle, die über einen samtenen Fettglanz verfügt. Durch das Polieren kann man diesen Glanz noch steigern, der dann dauerhaft erhalten bleibt. Aufgrund des Glanzes und weil man das Material so einfach bearbeiten kann, stellten bereits die Römer unwerfenden Schmuck aus Gagat her.

Sehenswerte Plätze in Santiago de Compostela

Santiago de Compostela ist nicht nur das Ziel der Tausenden von Pilgern auf dem Jakobsweg, sondern auch ein Ausflugsziel für Hunderte von Touristen. Die Stadt hat auch sehr viel zu bieten, besonderes die vielen Plätze der Stadt sind dabei hervorzuheben. Direkt an der Kathedrale befindet sich die Plaza del Obradoiro, die zu den beliebtesten Plätzen in ganz Spanien gehört. Der Platz ist riesengroße und umgeben von wundervollen Bauten. Hier befindet sich auch der Convento de San Francisco aus dem 13. Jahrhundert. Er wurde von Franz von Assisi bei einer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela gegründet. Im nördlichen Teil des überaus großen Platzes befindet sich das Hospital Rea, das im Jahre 1489 von Reyes Catolicos gegründet wurde. Hier befindet sich auch eine Kapelle aus dem Jahre 1156 die in einem beeindruckenden gotischen Stil erbaut wurde. Des Weiteren findet man hier den Palacio de Gelmirez aus dem 12. Jahrhundert, der ein gutes Beispiel für die zivile spanische Architektur der Romantik ist. Zudem sehr sehenswert ist die Plaza de la Azabacheria, an der früher die Puerta del Paradiso, das Tor zum Paradies, lag. Durch dieses mussten die Pilger durch, um zur Kathedrale von Santiago de Compostela zu gelangen. Die heutige Fassade wurde von Ventura Rodriguez im neoklassischen Stil errichtet. Auf der Plaza de la Quintana schaut man auf das Portic Real der Kathedrale, dem Königsportal mit dem Torre Berenguela und dem Torre del Reloj. Die Tore werden nur zu den Apostelfesten in einem Heiligen Jahr geöffnet, sind aber auch geschlossen ein atemberaubender Anblick.


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