Pontevedra im Galicien-Lexikon

Die Provinz Pontevedra befindet sich in der autonomen Region Galicien in Spanien und liegt sich dort im südwestlichen Gebiet. Die Hauptstadt der Provinz hießt ebenfalls Pontevedra. Im Norden grenzt die Provinz Pontevedra an die Provinz A Couruna und im Osten an die beiden Provinzen Lugo und Ourense. Im Süden befindet sich Portugal und der Westen der Provinz Pontevedra grenzt an den Atlantischen Ozean. In der Provinz Pontevedra leben rund 950.000 Einwohner, von denen sich 80.000 auf die Hauptstadt Pontevedra verteilen. In der Provinz gibt es zehn Comarcas und 62 Gemeinden. Bereits seit 1841 ist Pontevedra die Hauptstadt der Provinz und gliedert sich in 18 Pfarreien. Die Stadt liegt tief in einer Ria, der Ria de Pontevedra, direkt an der Mündung des Flusses Lerez. Der Ria vorgelagert sind viele Sandbänke, die die Stadt vor dem Meer schützen. In Pontevedra gibt es viel sehenswertes wie den See Castineiras und den Aussichtspunkt Couto Redondo. Besonders schön sind auch die Strände der Halbinsel Morrazo und Sanxenxo. Auch das Fischerdorf Combarro und die Insel A Toxs sind absolute Touristenhighlights. In der Region gibt es vier Gebirgszonen, von denen die eine eine Senke ist, die sich von Carballo nach Tui erstreckt und die zweite Senke ist das Flussbett für den Lerez. Dieser ist der wichtigste Fluss in der gesamten Region, denn die Gezeiten des Meeres wirken sich auf seine Mündung aus. Daher hat man auch einen Hafen angelegt, um den herum sich später die Stadt entwickelte. Beliebt ist Pontevedra vor allem, weil es das gesamte Jahr über bei sehr angenehmen Temperaturen nur wenig regnet.

Die Geschichte von Pontevedra

Einer Legende zufolge wurde Pontevedra vom griechischen Helden des trojanischen Krieges, Teukros, gegründet. Die Gründung erfolgte um 1200 v. Chr. obwohl aus den zahlreichen historischen Funden hervorgeht, dass die Pontevedra eher aus einer römischen Siedlung entstanden ist. Genannt wurde die Siedlung von dem Römern Ad Duos Pontes und später auch Pontis Veteris, woraus sich dann Pontevedra entwickelte. Auf den Terrassen der Flussufer hat man viele Äxte gefunden, die eindeutig drauf hinweisen, dass Pontevedra bereits seit dem frühen Paläolithikum bewohnt war. An den Ausgrabungsstätten Mouronte und Salcedo fand man bronzene Angelhaken und Steine für den Fischfang, die drauf hinweisen, das es hier auch eine Kultur der Castros gegeben hat. Unter der Herrschaft von Fernando II. wird Pontevedra auch im 12. Jahrhundert in einem Dokument des Klosters Poio unter ihrem heutigen Namen erwähnt. Der Name weist auf eine Brücke hin, die nicht die einzige war, die über den Lerez gebaut wurden. Aufgrund dieser Verkehrsverbindungen dehnte sich die Stadt immer weiter aus. Im 14. Jahrhundert waren es neue Privilegierte, die die Stadt stärkten. Vor allem im Bereich des Hafens und der Fischerei hat sich zu dieser Zeit viel getan. Die wichtigste Einnahmequelle war die Sardinenfischerei. So wurde Pontevedra auch die wichtigste Hafenstadt in ganz Galicien. Die größte Blütezeit erlebte die Stadt im 16. Jahrhundert. Vor allem durch die Atlantikroute war Pontevedra strategisch günstig gelegen und auch für den sozialen Frieden war die Stadt sehr bekannt. Im 17., 18. und 19. Jahrhundert stürzte Pontevedra jedoch in eine sehr schwere Kriese, denn die klimatischen Katastrophen sorgten dafür, dass die Bürger lieber in sichere Anlagen, als in den Hafen und die Fischerei investierten. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts geht es jedoch mit der Region wirtschaftlich immer weiter nach oben.

Sehenswürdigkeiten in Pontevedra

Pontevedra hat sehr viele schöne Ecken und Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie beispielsweise im Zentrum. Hier befindet sich die Plaza Ferreria, die von drei Plätzen umgeben ist. Der Name entstammt den Eisenschmieden, in denen man hier vor vielen Jahren arbeitete. Die Plätze machen zusammen mit dem Brunnen Ferreria und dem Konvent San Francisco das charakteristische Bild der Stadt aus. Besonders schön ist die Basilika Santa Maria, die mit der Plateresco-Fassade die Macht der Fischereizunft und der Handelsschifffahrt zeigt. Zudem war die Stadt die Hauptstadt des portugiesischen Jakobsweges und damit ein Etappenziel für Millionen von Pilgern. Durch die Virce Peregrina, die jungfräuliche Pilgerin, ist die enge Verbindung mit dem Jakobsweg dargestellt. Wer sich gerne mit der Kunst beschäftigt, sollte sich einen Besuch im Provinzmuseum nicht entgehen lassen. Es erstreckt sich auf fünf Gebäude und zeigt eine sehr wertvolle Sammlung von keltischen Goldschmiedearbeiten und Dingen aus dem Neolithikum. Auch eine wertvolle Gemälde- und Bernsteinsammlung kann man hier bestaunen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kirche San Bartolomeo sowie das Kloster Santa Clara. Auch das Kloster San Francisco und die Ruinen der Kirche San Domingos sind touristische Highlights, die jährlich sehr viele Besucher anziehen. Etwas außerhalb der Stadt befindet sich das Benediktinerkloster Lerez. Hier befindet sich ein Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert, der teilweise noch sehr gut erhalten und überaus interessant ist. Die neoklassizistische Kirche beeindruckt mit einer barocken Fassade, die aus dem 18. Jahrhundert stammt. Die höfische Architektur zeigt sich beeindruckend an den Pazos, den Adelsstammhäusner in Salcedo sowie am Pazo Lourizan, Pazo Pedreira in Campano und am Herrenhaus Santa Maria in Xeve.

Freizeitaktivitäten und Festlichkeiten in Pontevedra

Wer auf der Suche nach einem Aktivurlaub ist, der ist in der Region Pontevedra genau richtig. Besonders beliebt ist hier aufgrund des Jakobsweges das Wandern. Zwischen den Rias, von der Brücke Sampaio bis zur Stadt hin, gibt es besonders schöne Strecken. Aber auch das Element Wasser spielt in dieser Region eine große Rolle, denn hier kann man wunderbar Kanu fahren oder auch Rudern gehen. Auch Radtouren sind in der Region von Pontevedra sehr beliebt. Seine Freizeit kann man aber auch mit den vielen Festen und Feierlichkeiten verbringen, denn in Pontevedra ist das ganze Jahr über so einiges los. Die Region ist mit ihren Traditionen sehr tief verbunden und so ist das Fest zum Frühlingsanfang, das Fest der Maios, sehr beliebt. Auch das Begräbnis des Loro Ravachol, einem Papagei, ist ein Fest, dass man zum Ende des Karnevals feiert. Der Papagei ist das populärste Maskottchen der Stadt, das seinem Herren immer die Besuche in seiner Apotheke ankündigte. Viele Bewohner der Stadt versammeln sich an diesem Tag mit ihren Haustieren und feiern ausgelassen. Ein besonderes Highlight im Veranstaltungskalender von Pontevedra ist das Fest zu Ehren der Pilgerin. Es wird im August mit Stierkämpfen in der einzigen Arena von Galicien, hier in Pontevedra gefeiert. Auch viele kulturelle Ereignisse finden jedes Jahr in Pontevedra statt, von denen besonders die Internationale Kunstbienale zu erwähnen ist. Neben vielen klassischen Konzerten, die von der Philharmonischen Gesellschaft organisiert werden, finden im Teatro Principal auch viele Theatervorstellungen statt. Auch in den einzelnen Pfarreien finden immer wieder Volksfeste statt, wie das Caldo Fest am 8. März in Mouronte, den Tag San Bietino de Lerez am 11. Juli und das Fest zu Ehren des Heiligen Andreas, das am 30.November in Xeve und Lourizan begangen wird.


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