Semana Santa im Galicien-Lexikon
Semana Santa ist der spanische Begriff für die Karwoche, die von Palmsonntag bis
Ostersonntag geht. In den Ländern, die sehr katholisch geprägt sind, wird das Osterfest in
vielen Regionen sehr ausgeprägt gefeiert, so auch in Galicien. Die bekannteste Semana Santa
findet allerdings in Andalusien statt, die hier sehr intensiv und mit großer Begeisterung unter
den Einheimischen gefeiert wird. Allerdings ziehen die Feierlichkeiten auch immer wieder
sehr viele Touristen an und so sind in den Regionen von Andalusien und Galicien immer sehr
viele Urlauber zu Ostern anzutreffen. Ein sehr wichtiger Bestandteil der Feierlichkeiten sind
die Prozessionen, die die gesamte Karwoche über statt finden. In der Regel ist die
Hauptprozession am Karfreitag, die von den Hermandas und Cofradias organisiert und
durchgeführt werden. Hierbei handelt es sich um Bruderschaften, die meist einer
Kirchengemeinde angeschlossen sind. An jeder der Prozessionen nehmen hundert bis mehr
als tausend Menschen teil. Fester Bestandteil der Prozessionen sind die Pasos mit ihren
Trägern, den Nazarenos und vielen Musikkapellen und Trommlergruppen. Die Nazarenos
laufen meist barfuss, denn sie sind die Büßer. Zudem haben sie lange Kutten und tragen
charakteristisch Spitzhauben. Dies dient der Anonymität des Bußaktes. Grundsätzlich
beginnen die Prozessionen immer in der Kirche der Heimatgemeinde der jeweiligen
Bruderschaft. Die Strecke ist genau festgelegt und in jeder Stadt gleich. Die Bevölkerung
betrachtet die Prozession mit einer gewissen Stille, außer in Sevilla, die die bekannteste der
traditionellen Prozessionen ist, hier geht es recht lebhaft zu. In manchen Regionen haben die
Feierlichkeiten einen ganz besonderen Charakter und werden von verschienen Traditionen
begleitet. So werden bei einigen Prozessionen hartgekochte Eier und Bonbons verschenkt,
während bei anderen Bohnen verteilt werden.



